Als Student der HTW Dresden stand für mich im 5. Semester des Wirtschaftsinformatikstudiums das Praxissemester an. Ein Semester lang in die Arbeitswelt hineinschauen, sich orientieren und das reale Miteinander in der Softwareentwicklung kennenlernen. Da ich mich bereits vorher in Studienprojekten mit dem Testen und der Qualitätskontrolle von Software näher befasst hatte, wollte ich diese Bereiche näher kennenlernen und vor allem einmal praktisch erfahren.

Auf der Stellenbörse ITsax.de, welche speziell für sächsische Informatiker gedacht ist, fand ich dann die Stellenanzeige der interface projects GmbH, in der es um genau diese Themen ging. Also sofort dafür beworben und wenige Wochen nach dem Vorstellungsgespräch begann mein fünfmonatiges Vollzeitpraktikum. Das „anti-studentische“ frühe Aufstehen wurde schnell durch das freundschaftliche Miteinander, guten Kaffee und jederzeit hilfsbereite Kollegen wettgemacht. Letzteres half mir besonders, da es zwischen Hochschulalltag und Arbeitsalltag, doch gewaltige Unterschiede gibt.

Neben einem Crashkurs Java, lernte ich mit gängigen Entwicklertools umzugehen. Die spannendste Neuheit war sicherlich der intergator – eine intelligente Enterprise Search-Lösung! Meine Aufgaben waren es nun, einfach formuliert, diesen zu testen. Damit jederzeit ein einwandfrei funktionierendes Suchen gewährleistet ist, wurden diese Tests automatisiert. Ist ein neuer Build abgeschlossen, erfahren die Entwickler danach automatisch, ob noch alle Funktionen gewährleistet sind und auch das Layout der Weboberfläche so ist, wie es sein soll. Letzteres stellte für mich eine besondere Herausforderung und zugleich Erfolgserlebnis dar. Um die Optik und das Layout der Weboberfläche automatisiert kontrollieren zu können, durfte ich an einem JUnit-Test mitentwickeln.

Dieser steuert einen beliebigen Browser (z.B. Internet Explorer oder Mozilla Firefox) fern und navigiert durch bestimmte Seiten, so wie es auch ein Nutzer tun würde. Dabei werden Screenshots bestimmter Bereiche (z.B. einer DIV-Box) erstellt. Auch werden automatisch diverse Links und Buttons geklickt, um die Reaktion der Weboberfläche darauf zu prüfen. Anschließend wird dieser auf Übereinstimmung mit einem Kontrollbild verglichen. Hat sich die Weboberfläche im Gegensatz zum vorherigen Stand verändert, werden die Unterschiede im Bild grafisch hervorgehoben und das Entwicklerteam darüber informiert. Dieses prüft dann, ob es eine gewollte Veränderung war oder ob sich eine ungewollte Veränderung eingeschlichen hat.

Zur Qualität einer solchen Unternehmenslösung gehört natürlich auch die Performance, schließlich nutzen hunderte bis tausende Mitarbeiter eines Unternehmens die Suche mehrmals täglich (z.B. bei Kühne+Nagel oder beim Bundesministerium des Innern). So gehörte es auch zu meiner Aufgabe, die Performance einer intergator Appliance zu testen. Besonders interessant war dabei auch die Entwicklung und den Release des neuen intergator 5 mit anzusehen und einen kleinen Teil dazu beitragen zu können.

Alles in allem bot mir das Praktikum viele Möglichkeiten meine Studieninhalte mit praktischen Erfahrungen zu fundieren. Für diese Gelegenheit sowie besonders für die Zeit mit den aufgeschlossenen und hilfsbereiten Kollegen bedanke ich mich recht herzlich bei der interface:projects!

Verfasser: Lars Hoffmann